Klinik für diagnostische und interventionelle
Radiologie und Nuklearmedizin

Chefarzt Prof. Dr. Matthias Bollow
Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH
Bergstraße 26 - 44791 Bochum
Tel.: 0234 / 517-2753

Computertomographie

Das Institut verfügt über ein 64-Zeilen-Spiral-CT, welches für alle Körperbereiche zur Diagnostik eingesetzt wird. Ein 16-Zeilen-Spiral-CT kommt täglich bei CT-gesteuerten bzw. bei CT- mit gleichzeitig durchleuchtungsgesteuerten (C-Bogen am CT) diagnostischen und therapeutischen Punktionen oder Drainagen zum Einsatz (siehe unter „innovative Behandlungsweisen“).

64-Zeilen-Spiral-CT   16-Zeilen-Spiral-CT  
64-Zeilen-Spiral-CT   16-Zeilen-Spiral-CT  

Die Computertomographie basiert allgemein auf dem Prinzip einer um den Patienten kreisenden Röntgenröhre, während sich der Untersuchungstisch langsam weiterbewegt. Von Detektoren auf der Gegenseite werden die vom Gewebe des Patienten mehr oder weniger abgeschwächten Röntgenstrahlen als Volumendatensatz erfasst und an einen Computer zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet. Moderne Geräte mit mehreren Detektorenreihen können gleichzeitig mehrere Schichten erfassen, was den Ablauf der Untersuchung erheblich beschleunigt. Die Patienten profitieren hiervon durch kürzere Untersuchungszeiten, aber auch von der Möglichkeit einer genaueren Diagnostik von bewegten Körperteilen (z.B. das schlagende Herzen).Der gewonnene Volumendatensatz lässt sich mittels herkömmlicher transversaler Schnittbilder visualisieren oder in jeder beliebigen Ebene bzw. als 3D-Abbildung rekonstruieren. Einige Untersuchungen setzen die Gabe von oral einzunehmenden und/oder rektal über ein Darmrohr applizierten und/oder intravenös zu injizierenden Kontrastmittelgaben voraus. Das intravenöse Kontrastmittel wird über einen venösen Zugang während der Untersuchung appliziert und dient zur Darstellung von Blutgefäßen und zur besseren Kontrastierung von Weichteilstrukturen und damit zur besseren Erkennbarkeit von Gewebe-Veränderungen.

Was ist vor der Untersuchung mit intravenöser Kontrastmittelgabe zu beachten?

1. Liegt eine normale Nierenfunktion vor? Da der größte Teil des Kontrastmittels über die Nieren ausgeschieden wird, sollte ein aktueller Blutwert (Kreatininwert) vorliegen. Gegebenenfalls muss vor der Untersuchung die Nierenfunktion durch eine sog. Vorwässerung verbessert werden.

2. Liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor? Da das Kontrastmittel jodhaltig ist, könnte eine vorliegende Schilddrüsenüberfunktion verschlechtert werden. Bei bekannten Funktionsstörungen der Schilddrüse sollten im Vorfeld aktuelle Schilddrüsenparameter bestimmt worden sein (T3,T4,TSH). Gegebenenfalls ist eine Blockung der Schilddrüsenfunktion erforderlich.

3. Besteht eine bekannte Allergie gegen jodhaltiges Kontrastmittel? Bei bekannten allergischen Reaktionen und der Notwendigkeit einer Kontrastmittelgabe ist im Vorfeld eine Gabe von antiallergischen Medikamenten notwendig. Patienten sollten daher unbedingt vor der Untersuchung mit Kontrastmittel Ihrem behandelten Arzt oder dem aufklärenden Radiologen bekannte Vorerkrankungen mitteilen, um gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Das Einsatzspektrum der Computertomographie ist heute sehr umfangreich. Jede Körperregion kann in Abhängigkeit von der entsprechenden Fragestellung und unter genauer Abwägung zwischen zu erwartendem diagnostischen Nutzen und für den Patienten anfallender Strahlenexposition (Notwendigkeit der rechtfertigenden Indikation) untersucht werden.
Häufige Indikationen für eine Computertomographie sind:

Kopf

Diagnostik von Hirnblutungen und Schlaganfällen Hirntumoren und Hirnmetastasen degenerative Veränderungen der Hirnsubstanz Schädel-Hirn-Traumata (z.B. Schädelfrakturen) und Gesichtsschädel-Traumata Darstellung der Nasennebenhöhlen bei chronisch rezidivierender Sinusitis Hals Diagnostik von Tumoren des Schlundes, Kehlkopfes, Speicheldrüsen etc. Diagnostik von Halszysten Diagnostik vergrößerter zervikaler Lymphknoten Traumata, degenerative oder entzündliche Veränderungen der Halswirlbelsäule Gefäßdarstellungen (z.B. Halsschlagaderverengungen)

Brustkorb

Diagnostik von Lungentumoren oder Lungenmetastasen Diagnostik vergrößerter Lymphknoten an den Hili und im Mediastinum Akute oder chronische Entzündungen der Lunge Lungengerüsterkrankungen mit HR (High-Resolution)-Technik (z.B. Abb. Links: Morbus Boeck/Sarkoidose Stadium II. Abb. Mitte: Exogen allergische Alveolitis /Hypersensitive Pneumonitis. Abb. Rechts: Alveoläre Proteinose)

Morbus Boeck/Sarkoidose Stadium II Exogen allergische Alveolitis /Hypersensitive Pneumonitis Alveoläre Proteinose
Morbus Boeck/Sarkoidose Stadium II   Exogen allergische Alveolitis /Hypersensitive Pneumonitis   Alveoläre Proteinose

Diagnostik der Lungenarterienembolie (z.B. Abb. bilaterale interpulmonale sattelförmige Lungenarterienembolie mit subtotaler Verlegung der Unterlappenarterien beidseits: Abb. Links: axial. Abb. Mitte: coronar. Abb. Rechts: sagittal linke Lunge).

bilaterale interpulmonale sattelförmige Lungenarterienembolie mit subtotaler Verlegung der Unterlappenarterien beidseits   bilaterale interpulmonale sattelförmige Lungenarterienembolie mit subtotaler Verlegung der Unterlappenarterien beidseits   bilaterale interpulmonale sattelförmige Lungenarterienembolie mit subtotaler Verlegung der Unterlappenarterien beidseits
Lungenarterienembolie axial   Lungenarterienembolie coronar   Lungenarterienembolie sagittal

Gefäßdarstellungen in der CT bei thorakalem Aortenaneurysma, Aortendissektion (z.B. therapiebedürftige Aortendissektion unter Einbeziehung der Aortenklappe = Stanford A, DeBakey I. CT sagittal, axial, coronar)

   
Aortendissektion sagittal   Aortendissektion axial   Aortendissektion coronar

Traumata, Tumoren, Entzündungen des Thorax und der Brustwirbelsäule
Degenerative und entzündliche Veränderungen der Brustwirbelsäule
Untersuchungen des Herzens (z.B. Kalk-Scorebestimmung der Kranzgefäße)


Abdomen

Erkrankungen der Oberbauchorgane, insbesondere von Leber, Gallenwegen (z.B. als CT-Cholangiographie), Entzündungen/Tumoren des Pankreas (z.B. Abb. Links: Pankreaskopfkarzinom pT3pN0M0. Abb. Mitte: Exsudative Pankreatitis. Abb. Rechts: Nekrotisierende Pankreatitis)
   
Pankreaskopfkarzinom   Exsudative Pankreatitis   Nekrotisierende Pankreatitis

 

   
In der nativen CT mittleres Kelch-
konkrement
  In der Ausscheidungsphase
keine Stauung
  CT-Urogramm insgesamt
unauffällig

 

Darstellung der Nieren mit ableitenden Harnwegen: CT-Urographie in Low-Dose-Technik (z.B. Abb. Oben Links: In der nativen CT mittleres Kelchkonkrement. Abb. Oben Mitte: In der Ausscheidungsphase keine Stauung. Abb. Oben Rechts: CT-Urogramm insgesamt unauffällig. Abb. Unten: prävesikales Harnleiterkonkrement links mit akuter Nierenstauung 1. Grades links mit konsekutiver Minderperfusion der linken Niere.)

   
prävesikales Harnleiterkonkrement,
axial
  prävesikales Harnleiterkonkrement,
coronar
  prävesikales Harnleiterkonkrement,
coronar

Darstellung von Nierentumoren, Tumoren der Harnwege und Harnblase (z.B. Abb. Links: Nierenzellkarzinom mit Einbruch in das Nierenbecken und Tumorzapfen in der Vena renalis und Vena cava. Abb. Mitte: Urothelkarzinom des Nierenbeckens links, coronar venöse Phase. Abb. Rechts: Urothelkarzinom des Nierenbeckens links, Ausscheidungsphase.

   
Nierenzellkarzinom   Urothelkarzinom   Urothelkarzinom

Diagnostik des Magen-Darm-Trakts (Tumoren, Entzündungen) mittels CT-Sellink zur Dünndarmuntersuchung; virtuelle Koloskopie zur Polypendetektion und Früherkennung von Darmkrebs im Dickdarm; postoperative Untersuchungen z.B. nach Ösophagusresektion mit Magenhochzug, nach Gastrektomie mit Pouch, nach Hemicolektomie mit Anastomose CT-Angiographie der Nierenarterien (Stenosediagnostik), Eingeweidearterien (Angina abdominalis) und der Aorta abdominalis (z.B. infrarenales Aortenaneurysma axial und coronare MIP)

   
infraren.Aortenaneurysma,axial   infraren.Aortenaneurysma,axial   infraren.Aortenaneurysma, MIP

Traumata der abdominellen Organe (Milzruptur, Nieren- / Leberkontusion) Verletzungen, Tumoren, Entzündungen, oder degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule und des Beckens

 

Virtuelle Koloskopie

Am Dickdarm lassen sich mittels Multislice-Computertomographie (MSCT) mit der sog. "virtuellen Koloskopie" aus Schichtaufnahmen in Low-Dose-Technik (mit niedriger Dosis) und den daraus errechneten 3D-Bildern entzündliche Erkrankungen, Dickdarmpolypen, Ausstülpungen der Darmwand (sog. Divertikel) und bösartige Dickdarmtumoren sicher nachweisen.

 

Bei der herkömmlichen bzw. konventionellen Darmspiegelung (Koloskopie) wird unter Kurznarkose ein schlauchartiges Instrument (Koloskop) in den Dickdarm eingeführt. Die virtuelle Koloskopie stellt hierfür eine sehr gute Alternative dar. In ca. 20 Sekunden werden mit einem ultraschnellen, hochauflösenden Mehrzeilen-Computertomographiegerät sehr dünne Schichtaufnahmen des Dickdarms angefertigt. Mit Hilfe modernster Computertechnik (3D) kann der Radiologe den gesamten Dickdarm von innen betrachten (virtuelle Koloskopie) und insbesondere Polypen, die Vorstufen bösartiger Dickdarmtumoren, sicher erkennen. Da auch alle anderen Bauchorgane abgebildet und beurteilt werden, eignet sich die virtuelle Koloskopie besonders gut zur Früherkennung. Sollten Polypen gefunden werden, wäre in einem zweiten Schritt der Einsatz der konventionellen Darmspiegelung notwendig, um diese über das Darmrohr zu entfernen.

 

 

 

Ganzkörper-CT (CT-Pariser Schema)

Das CT-Pariser-Schema, welches bei Multiplem Myelom erforderlich ist, hat die bisher üblichen konventionellen Röntgenuntersuchungen von Kopf, Wirbelsäule, Becken sowie beiden Oberarmen und Oberschenkel abgelöst.Hierbei wird eine CT-Untersuchung in einer Sitzung angefertigt vom Kopf bis unterhalb der Knie. Durch das Low-Dose-Protokoll (50ma) erreicht man gleichzeitig eine Reduzierung der Strahlendosis in Kombination mit einem erheblichen Zugewinn an Bildinformation. Die Skelettabschnitte werden nachträglich in drei Richtungen rekonstruiert. Zusätzlich lassen sich mit minimalen Einschränkungen auch die Organe von Thorax und Abdomen beurteilen, was sonst noch weitere Untersuchungen erforderlich gemacht hätte.

 

   
Schädel transversal   Schädel coronar   Schädel sagittal

 

 

   
Thorax+Abdomen coronar   Thorax+Abdomen sagittal   Thorax transversal

 

   
Oberarm coronar   Oberschenkel coronar  

 

 

Skelett

Verletzungen des Skeletts (Brüche des Achsenskelettes, des Beckens, der Hüftgelenke, des Gesichtsschädel, Kalkaneusfrakturen, Karpusfrakturen etc.) Tumoren des Skelettes (z.B. Plasmozytomstatus des gesamten Skelettes in Low-Dose-Technik; Detektion von Knochenmetastasen, Osteoidosteomen; etc.) Chronische Entzündungen und Infektionen des Skelettes (z.B. Abb. septische Spondylodiszitis im Segment TH11/12. CT sagittal, coronar, axial)

 

   
septische Spondylo-
diszitis, sagittal
  septische Spondylodiszitis, axial   septische Spondylodiszitis,
coronar

 

 

 

 

 

 

 


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