Klinik für diagnostische und interventionelle
Radiologie und Nuklearmedizin

Chefarzt Prof. Dr. Matthias Bollow
Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH
Bergstraße 26 - 44791 Bochum
Tel.: 0234 / 517-2753

Sonographie/Ultraschall

Im radiologischen Institut werden drei hochmoderne Ultraschallgeräte eingesetzt. Die Sonographie ist ein modernes Schnittbildverfahren, mit welchem Querschnittsbilder des Körpers in frei wählbaren Bildebenen erstellt werden können. Das Prinzip der Sonographie beruht auf der Anwendung von Schallwellen im nicht-hörbaren Bereich zwischen 1 und 15 MHz, welche in das Gewebe eindringen. Das Verfahren beruht vereinfacht dargestellt auf dem Prinzip des Echolots. Es arbeitet also ohne Röntgenstrahlen und ist nebenwirkungsfrei.

Da die Sonographie „bewegte Bilder“ erzeugt („real time“ Verfahren), kann sie neben den rein morphologischen Daten wie z.B. einer Blinddarmentzündung (Abb. Appendizitis) auch funktionelle Informationen über Bewegungsabläufe (z.B. des Herzens, des Darms oder eines Gelenkes) liefern. Darüber hinaus erlaubt die Methode unter Ausnutzung des Dopplerprinzips die Darstellung von fließendem Blut in Arterien und Venen: Bei der farbkodierten Duplexsonographie wird der Fluss farbig dargestellt und kann so von normalem Gewebe im Ultraschallbild abgegrenzt werden. Außerdem können die Richtung und die Geschwindigkeit des Blutflusses gemessen werden, welches bei der Erkennung von Gefäßverengungen in Arterien oder bei venösen Thrombosen zum Einsatz kommt. Besonders gut geeignet für die Sonographie sind die Bauch- und Beckenorgane, alle oberflächlichen Körperstrukturen (z.B. Haut und Lymphknoten, Halsorgane einschließlich der Schilddrüse und der Gefäße) und Flüssigkeiten zwischen den Lungenblättern (Pleuraergüsse).

Leberhämangiome stellen sich sonographisch in der Regel hyperreflexiv mit einer geringen distalen Schallverstärkung dar. In Analogie zu der MRT- und CT-Dynamik mit Kontrastmittel zeigen Leberhämangiom eine zentripetale, d.h. eine von der Peripherie zum Zentrum ausgerichtete Kontrastierung. Die in der Peripherie sichtbaren Kontrastierungen erinnern an sich vergrössernde Baumwollfrüchte (Cotton wool-Exsudate). Die von aussen nach innen zunehmende Kontrastierung wird als sog. Irisblenden-Phänomen bezeichnet.

Neben der Ultraschalldiagnostik werden im Institut für Radiologie ultraschallgesteuerte Punktionen (Schilddrüse, Lymphknotenvergrösserungen, Leberläsionen etc.) durchgeführt. Seit einigen Jahren stehen auch für den Ultraschall Kontrastmittel zur Verfügung. Diese bestehen aus kleinsten Gasbläschen (ca. 3µm groß) und werden intravenös injiziert. Sie sind extrem gut verträglich und verbessern die Aussagekraft von Ultraschalluntersuchungen z.T. erheblich. Besonders leistungsfähig ist die Methode bei der Untersuchung von Leber- und Nierenerkrankungen. Oft können durch den Kontrastmitteleinsatz zusätzliche Untersuchungen wie CT oder MRT ersetzt werden.


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